Nikolai Szymanski

Imprint

Deathrock: Outro

2024

Audio-/Videoinstallation

1080p, Mono, 30 min

Flachbildschirm
Fender Blues Junior IV
Palmer Daccapo Re-Amplification Box
Rotes Instrumentenkabel, 6,35 mm Klinke, 3 m
Schwarzes Audiokabel, XLR, 1,5 m
36 Foto-Abzüge, 90×130 mm

Deathrock: Outro vereint Motive der mehrteiligen Arbeit DEATHROCK in einer Zone der codierten Abstraktion.

Die Gitarre als Videobild, Kabel sowie der Gitarrenverstärker als Schallwandler und Ready-made-Objekt evozieren gleichermaßen Bilder bestimmter Subkulturen, des Pop, des Rockismus und des Rockkonzerts sowie Verweise zur Tontechnik, elektrischen Verstärkung und Übertragung, Transformation von Information.

Die arrangierten Fotografien greifen die systematische Skala des Instruments sowie die Idee des Ausglühens, des Ausklangs und des Rotstichs als Sinnbild des medialen Vergessens auf.

Konzipiert als Fade-Out meines Abschlussprojekts und somit meines Studiums an der Kunsthochschule für Medien Köln, bezieht sich die Installation direkt, wenn auch chiffriert, auf die vorangegangenen Teile des Projekts (ein Künstlerbuch und eine multimediale Installation/Ausstellung im ehemaligen Glasmoog-Ausstellungsraum in Köln).

In dieser Serie beschäftigte ich mich mit persönlicher Familiengeschichte, Amateurfotografie, Film, historischen Überschneidungen und kollektiver Erinnerung sowie Popkultur im historischen Zusammenhang. Während ich zuvor ausarbeitend und ausbreitend vorgegangen bin, steht der Fülle von Fotografien, Videoarbeiten und Klängen der vorangegangenen Installation mit Outro eine radikale Klarheit und Ästhetisierung gegenüber.

An die Stelle von multiplen Video- und Audiokanälen tritt hier ganz entschieden ein einzelner Video-Loop und eine Mono-Tonspur. Das Video zeigt die Gitarre in fast fetischisierender Nahaufnahme. Die in Echtzeit aufgenommene Darbietung am Instrument gibt der Arbeit zudem eine performative Dimension, die in Verbindung mit der Wiedergabe über den Gitarrenverstärker die Assoziation zum Live-Konzert unterstreicht.

Gegenmontiert sind bewusst kontemplativ anmutende Einstellungen, die einen Vormittag im Detail porträtieren. Wir sehen Wolken in Spiegelungen vorüberziehen und Buchseiten, die durchblättert werden und auf einen regionalen und gesellschaftlich-beruflichen Hintergrund verweisen.